Psychologischer beleidigungsbegriff

Wenn die Kinderseele weint THEMEN Verbale Gewalt an Kindern — wenn die Kinderseele weint und wie man mit der GfK Erziehung anders gestalten kann Mag. Nicole Trummer Expertinnenstimme Mag. Die verbale Gewalt zählt zur Form der psychischen Gewalt und ist die wohl am meisten verbreitetste und die in der Gesellschaft am wenigsten reflektierte Form der Gewalt. Der verbalen Gewalt wird auch deshalb so wenig Aufmerksamkeit gewidmet, weil sehr vielen Menschen die Macht ihrer Worte kaum bewusst ist.

Viele Menschen messen ihren Worten und Zuschreibungen kaum Bedeutung bei. Solche und ähnliche Sätze finden wir nicht allzu selten im Alltag wieder. Die meisten dieser Botschaften, die Eltern ihren Kindern weitergeben, geschehen unwissentlich und auch ohne böse Absicht. Aus Ärger oder Wut kann es vorkommen, dass Eltern solche Zuschreibungen gegenüber ihren Kindern tätigen. Bleiben diese Sätze Ausnahmen und ist eine gute Bindung und eine ansonsten liebevolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern gegeben, so wird dies einem ansonsten seelisch stabilen Kind nichts ausmachen.

Sind solche Zuschreibungen und Abwertungen jedoch täglicher Sprachgebrauch, so lassen diese die Kinderseele weinen und können negative Auswirkungen auf das gesamte weitere Leben des Kindes haben.

Ignoranz – die höchste Form der Verachtung

Vielfach verwenden Eltern diese Methoden basierend aus der alten Tradition des autoritären Erziehungsstils heraus. Häufig weil sie selbst so erzogen worden sind und es einfach nicht anders kennen oder weil ihnen Alternativen fehlen und ihr Bezugsrahmen nicht erweitert wurde. Weil sie überfordert sind und aus ihrer erzieherischen Unfähigkeit heraus nicht anders handeln können.

Leider kommt es auch vor, dass Eltern bewusst die Abhängigkeitsbeziehung ihrer Kinder ausnützen und in ausbeuterischer Weise ihre Macht als Erwachsener den Kindern gegenüber einsetzten. Eltern, die die verbale Gewalt als Form der Konfliktlösung sehen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen wird die Form der verbalen Gewalt häufig als Mittel, um Machtkämpfe zwischen ihnen und ihren Eltern auszutragen, verwendet.

Die Folgen der verbalen Gewalt können vielfältig sein. Körperlich-kognitive Entwicklungsstörungen zeigen sich vor allem im sprachlichen Bereich der Kinder. Häufig in Form von Problemen in der Aussprache wie dem Lispeln, Stottern oder auch in Wortwiederholungen, Einkoten oder Einnässen sowie diverse andere körperlich auffallende Erscheinungen.

Mangelnde Schulleistungen, Leistungsschwächen, die häufig die verbalen Auseinandersetzungen zu Hause erneut verstärken. Verhaltensprobleme, Zwangs-, Angst- und Persönlichkeitsstörungen, aggressives Verhalten, Depressionen, Schlafstörungen, Essprobleme wie Magersucht, die Unfähigkeit zu Vertrauen bis hin zum Rückzug, Mord oder Selbstmord sind Folgen anhaltender verbaler Gewalt.

Die GfK begann sich Anfang der 60er Jahre durch Marshall Rosenberg zu entwickeln. Die vier methodischen Schritte, welche die Grundlage der GfK bilden, sind: die Beobachtung, das Gefühl, das Bedürfnis und die Bitte! Gaschler, , S. Die Beobachtung, über die gesprochen werden soll, wird benannt! So zählen zu jenen Gefühlen, wenn Bedürfnisse erfüllt sind unter anderem folgende: behaglich, satt, zufrieden sicher, erholt, entspannt, neugierig, froh, glücklich, hoffnungsvoll, dankbar, friedlich, ruhig, klar, offen, unternehmungslustig, inspiriert.

Unter den Gefühlen, wenn Bedürfnisse nicht erfüllt sind zählen sie: unwohl, angespannt, unsicher, erschöpft, uninteressiert, nervös, besorgt, verwirrt, wütend, zornig, verärgert, enttäuscht, ängstlich, besorgt, blockiert. Eine Handlung eines Anderen kann zwar Auslöser für bestimmte Gefühle sein, jedoch niemals die Ursache dessen. Leider wird dies in der Kindererziehung immer wieder vergessen und so wird bereits von Eltern manipulative Gefühlsarbeit betrieben wie z.

Gaschler , S. Frank und Gundi Gaschler bezeichnen es als Motor, als Triebfeder des Tuns. Diese sind das Bedürfnis nach Verbindung, Aufrichtigkeit, Spiel, Friede, physisches Wohlbefinden, Sinnhaftigkeit und das Bedürfnis nach Autonomie. Wesentlich ist, dass die Eltern ihre eigenen Bedürfnisse erkennen, wahrnehmen, diese beachten und erfüllen, um auf Dauer die Kraft und Energie zu haben, sich um die Bedürfnisse ihrer Kinder zu kümmern.

Um sicherzugehen, dass das Kind die Bitte verstanden hat, wird empfohlen, mit einer Verständnissbitte nachzufragen! Kannst du mir mit deinen eigenen Worten nochmal sagen, was du gerade gehört hast? Bevor dem so ist, können Eltern die nonverbale Kommunikation nützen, um die Sensibilität ihrer Kinder zu fördern und mit ihnen so in guten Kontakt treten.

Ebenso sollen Werte und soziale Regeln vermittelt werden welche in jener Gesellschaft, in welcher die Familie lebt, ihre Gültigkeit hat. Ein konkretes Beispiel für Werte und Regeln zur Veranschaulichung könnte sein z. Regel: Am Abend putzt du dir vor dem Schlafengehen die Zähne. Hahn, , S. Geschieht dies mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Wertschätzung so steht einem positiven Zusammenleben nichts mehr im Wege.

Würden wir alle mehr bedingungslose Zuwendung geben so könnten die Narben der verbalen Gewalt die tief in unseren Seelen schlummern schneller heilen.

Wichtige Begriffe

Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern. Kösel Verlag. München, [2] Hahn B. Kinder dürfen ihren Willen haben — Eltern auch. Erfahrungen mit der Anwendung der GFK in der Familie. Junfermann Verlag. Paderborn, [3] Hart S. Wie Eltern und Kinder mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation Konflikte in Kooperation umwandeln können.