Humanismus psychologie definition
Wird über Psychotherapie gesprochen, fällt häufig das Schlagwort der Humanistischen Psychologie. Der vorliegende Artikel möchte der Frage nachgehen, was die sog.
Definition Humanistische Psychologie
Humanistische Psychologie auszeichnet und was die zahlreichen Ansätze, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden, gemein haben. Kern der Humanistischen Psychologie ist ihr Menschenbild. Ein gemeinsames Programm der unterschiedlichen therapeutischen Schulen und Theorien lässt sich kaum finden. Gemein sind all jenen Strömungen, die zur Humanistischen Psychologie und Psychotherapie gezählt werden, jedoch ihre zentralen Annahmen über das, was den Menschen ausmacht.
Dieses anthropologische Programm ist indes relativ simpel und lässt sich vor allem verstehen, wenn es in den ideengeschichtlichen Kontext, in dem es entstanden ist, eingeordnet wird. Zur Zeit, in der die Humanistische Psychologie sich zu etablieren begann, herrschten im Bereich der Psychologie und Psychotherapie die Psychoanalyse sowie der Behaviorismus mit ihren konträren Grundannahmen vor.
Vereint werden diese beiden Theoriegebäude lediglich dadurch, dass sie den Menschen in letzter Konsequenz als weitgehend determiniertes Wesen verstehen. Die Humanistische Psychologie stellt diesen Theorien ein radikal anderes Menschenbild entgegen: Sie versteht den Menschen als freies Wesen, das in der Lage ist, über sich selbst zu bestimmen. Diese recht simpel erscheinende Grundannahmen hat explosive Folgen: Ist es der Mensch selbst, der über sich entscheidet, kann die Aufgabe der Psychologie nicht mehr darin bestehen, sich auf neurobiologische Fragen, auf Triebtheorie oder Reiz-Reaktions-Muster zurückzuziehen; an die Stelle der Psychologie muss vielmehr die Anthropologie treten bzw.
Die Humanistische Psychologie gibt Antworten auf diese Fragen, die als grundlegende Prämissen der praktischen Arbeit im Sinne der Humanistischen Psychologie und als Ausgangspunkte der unterschiedlichen Theorien dieses Spektrums verstanden werden müssen:. Die Humanistische Psychologie ist — wie ihre zentralen Grundannahmen zeigen — am Menschen selbst interessiert.
Nachdem die Konsequenzen für die Psychologie als Wissenschaft geklärt sind, stellt sich die Frage nach der psychologischen Praxis. Festzustellen ist hier zunächst, dass im Mittelpunkt des Interesses der Humanistischen Psychologie von Beginn an die Psychotherapie stand — andere Disziplinen angewandter Psychologie fanden hingegen kaum Beachtung.
Für die psychotherapeutische Praxis der Humanistischen Psychologie, die unter dem Schlagwort der Humanistischen Psychotherapie zusammengefasst wird, bedeutet das zunächst, dass sie sich auf das jeweilige Individuum, mit dem gearbeitet wird, einlassen muss. Weitgehend standardisierte Behandlungsabläufe wie sie in behavioristisch orientierten Therapiemodellen zum Einsatz kommen, verbieten sich, wenn der Mensch als freies, ganzes Wesen verstanden wird.
Bevor jedoch an psychischen Problemen gearbeitet werden kann, stellt sich die Frage nach ihrer Genese: Nur, wenn die Ursachen bekannt sind, kann zielgerichtet gearbeitet werden. Zentral ist hier der von Kurt Goldstein geprägte Begriff der Aktualisierungstendenz: Der Mensch strebt danach, seine Unabhängigkeit, seine Selbstbestimmung und sein Entwicklungspotential beständig zu aktualisieren, es also zu erhalten.
In den einzelnen Theorien, die zur Humanistischen Psychologie und Psychotherapie gezählt werden, wurde diese zentrale Annahme zum Teil um weitere ergänzt oder modifiziert. In der Praxis haben sich zahlreiche, im Detail sehr verschiedene Umsetzungen, die allesamt auf das genannte Menschenbild rekurrieren, herausgebildet.
Bekanntester Vertreter der Humanistischen Psychologie und Psychotherapie ist Carl Rogers mit seiner personenzentrierten Gesprächspsychotherapie, die vom Menschenbild der Humanistischen Psychologie ausgeht, daneben aber zahlreiche weitere Annahmen trifft, die für den therapeutischen Prozess von Bedeutung sind. So stellt Rogers etwa die zentrale Bedeutung eines kongruenten Selbstkonzepts für die psychische Gesundheit heraus.
Ferner bedeutsam sind Abraham Maslow mit seiner Theorie der Bedürfnisse des Menschen und der damit verbundenen Theorie zur Ätiologie psychischer Erkrankungen sowie Virginia Satir, die die Familientherapie begründete. Festzuhalten ist jedoch, dass die Humanistische Psychotherapie kein einheitliches Modell zur Erklärung psychischer Erkrankungen oder zu ihrer Behandlung anbietet.
Die verschiedenen Theorien und Methoden stimmen in ihrem Menschenbild überein und weisen daher in ihren Ansätzen zahlreiche Übereinstimmungen auf, unterschieden sich im Detail jedoch zu stark, um unkritisch unter einem gemeinsamen Label subsumiert werden zu können. Skip to content. Humanistische Psychologie als anthropologische Theorie Kern der Humanistischen Psychologie ist ihr Menschenbild.
Die Humanistische Psychologie gibt Antworten auf diese Fragen, die als grundlegende Prämissen der praktischen Arbeit im Sinne der Humanistischen Psychologie und als Ausgangspunkte der unterschiedlichen Theorien dieses Spektrums verstanden werden müssen: Der Mensch ist nicht determiniert; er ist vielmehr frei, über sich selbst zu entscheiden. Der Mensch ist nicht als Summe seiner Teile zu verstehen, sondern als Ganzheit.
Der Mensch ist immer eingebunden in zwischenmenschliche Kontexte und folglich immer in diesen zu betrachten. Der Mensch vollzieht seine Existenz in der Ausrichtung auf selbstgesetzte Ziele. Konsequenzen für die therapeutische Praxis Nachdem die Konsequenzen für die Psychologie als Wissenschaft geklärt sind, stellt sich die Frage nach der psychologischen Praxis.
Methodisch-praktische Vielfalt in der Humanistischen Psychotherapie In der Praxis haben sich zahlreiche, im Detail sehr verschiedene Umsetzungen, die allesamt auf das genannte Menschenbild rekurrieren, herausgebildet. Ähnliche Artikel: Der Mensch als Maschine? Das Menschenbild des Behaviorismus Der getriebene Mensch? Das Menschenbild der Psychoanalyse Das Gehirn als Computer?
Theorie und Menschenbild des Kognitivismus. Angst und Furcht bei Jean-Paul Sartre. Musik: Mit Achtsamkeit gegen die Auftrittsangst. Wir tun dies, um das Surferlebnis zu verbessern und um personalisierte Werbung anzuzeigen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn Sie Ihre Zustimmung nicht erteilen oder zurückziehen, können bestimmte Funktionen beeinträchtigt werden.
Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Humanistische Psychologie
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen. Optionen verwalten Dienste verwalten Anbieter verwalten Lese mehr über diese Zwecke. Zustimmung verwalten.