Psychologen verarschung
Hamburg - Die Vorwürfe sind hart. Und sie sind nicht belegt. Doch Tobias Unger spricht aus, was viele Betrachter seit dem Meter-Finale in Peking am vergangenen Samstag über den Sieger Usain Bolt denken. Was steckt dahinter, wenn ein Jähriger, der vor einem Jahr noch eine Bestleistung von 10,03 Sekunden über Meter aufweisen konnte, jetzt nur 9,69 Sekunden für dieselbe Distanz benötigt?
Und dabei sogar kurz vor Schluss Geschwindigkeit rausnimmt? Er zeigt keine Schwächen nach langen Reisen, keine Müdigkeit durchs Training", sagt der deutsche Sprinter in einem Interview mit "Sport-Bild". Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die Meter in 9,92 Sekunden gejoggt.
Fabelrekord bei Olympia: Deutscher Läufer wirft Spitzensprinter Bolt "Riesenverarschung" vor
Für mich ist das eine Riesenverarschung. Unger, 29, hatte mit 10,36 Sekunden den Sprung ins olympische Halbfinale verpasst. Er kritisiert die laschen Dopingkontrollen in Bolts Heimatland Jamaika: "Die springen auf ihrer Insel rum, wie sie wollen, denen passiert nichts. Ich muss mich allein hier bei Olympia an- und abmelden, für den Fall, dass wir eine Dopingkontrolle haben.
Nach Bolts Sieg hatten sie auch durch ihren Dreifach-Triumph bei den Metern der Frauen Aufsehen erregt. Der Mexikaner Angel Heredia, Kronzeuge im Balco-Prozess, hatte im SPIEGEL-Interview die Glaubwürdigkeit der gesamten Sprintszene stark bezweifelt. Im olympischen Meter-Finale stehe sicher kein einziger sauberer Athlet am Start: "Es ist ohne jeden Zweifel so. Der Unterschied zwischen 10,0 und 9,7 Sekunden sind die Drogen.
Trotz aller Zweifel an Bolts Leistung: Dass er an diesem Mittwochabend Der Jamaikaner scheint übermächtig, bei seinem Weltrekord war er in der Spitze 43,9 Kilometer pro Stunde schnell - ein bisher unerreichter Wert auf Metern. Dabei hatte er sich mit seinem Trainer erst wenige Wochen vor den Olympischen Spielen entschieden, auf dieser Strecke anzutreten.
Denn er favorisiert die Meter. Auch hier demonstrierte er schon im Halbfinale, dass es für ihn im Sprint momentan keine ernsthaften Konkurrenten gibt. Mit spielerischer Leichtigkeit lief Bolt die Meter in 20,09 Sekunden. Der Kreis jener, die Bolt gefährden könnten, ist überschaubar: In den Halbfinals kristallisierten sich Shawn Crawford aus den USA 20,12 und Churandy Martina von den Niederländischen Antillen 20,11 heraus.
Gelingt Bolt nun auch noch der Sieg über seine Lieblingsdistanz, ist er der erste Athlet seit Carl Lewis in Los Angeles, der beide Sprintstrecken für sich entscheiden kann. Auf dem Spiel steht auch der zwölf Jahre alte Weltrekord von Michael Johnson 19, Ob Bolt Jahresbestzeit: 19,74 die Bestmarke tatsächlich knacken kann, dazu sagte der Jamaikaner nur: "Ich werde alles geben und hoffen, dass das Beste dabei herauskommt.
Von Kritikern wie Unger wird sich Bolt wohl nicht aus der Ruhe bringen lassen - Diskussionen über seine Leistungen ist er ja gewohnt. Zum Inhalt springen. News Ticker Magazin Audio Account. Zur Merkliste hinzufügen Twitter Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen. E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren. Für Unger ist klar: In der Weltspitze des Sprints geht es nicht mit rechten Dingen zu.
Olympische Sommerspiele Usain Bolt. Olympische Spiele: Dreifach-Triumph für Jamaikas Meter-Sprinterinnen Zur Merkliste hinzufügen. Olympische Spiele: Der Dealer Olympias Zur Merkliste hinzufügen. Olympia Bolt trabt ins Finale, Hochspringer Spank wird Fünfter Zur Merkliste hinzufügen. Mehr anzeigen. Die Wiedergabe wurde unterbrochen. Audio Player minimieren.
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