Dissoziation psychologie symptome
Der Begriff Dissoziation auch umfassend Konversionsstörung und Dissoziative Bewusstseinsstörung bezeichnet das teilweise bis vollständige Auseinanderfallen von psychischen Funktionen, die normalerweise zusammenhängen. Betroffen von dissoziativer Abspaltung sind meist die Bereiche Wahrnehmung , Bewusstsein , Gedächtnis , Identität und Motorik , aber manchmal auch Körperempfindungen etwa Schmerz und Hunger.
Dissoziative Phänomene existieren auf einem Kontinuum : Es erstreckt sich von leichten Symptomen, von denen nahezu jeder Mensch im Laufe des Lebens mindestens einmal betroffen sein kann, bis hin zu schweren Symptomen, die zu Beeinträchtigungen und Leiden führen. Letztere werden daher als dissoziative Störungen bezeichnet. Vergleicht man eine Gruppe von Menschen mit dissoziativen Störungen mit Nichtbetroffenen, sind funktionelle und anatomische Abweichungen im Gehirn feststellbar siehe Neurobiologie.
Bezüglich der Ursachen besteht weitgehende Einigkeit, dass man von einem Zusammenwirken bestimmter persönlicher Voraussetzungen und — in der Regel — traumatischer Erlebnisse ausgehen sollte. Vorübergehende dissoziative Zustände können jedoch auch durch einige chemische Substanzen hervorgerufen werden. Leichte Symptome, mindestens einmal im Leben, hat dagegen nahezu jeder.
Generell nimmt die Häufigkeit der Symptome mit zunehmendem Alter ab. Im ICD werden unterschiedliche Arten dissoziativer Störungen beschrieben. Ein gemeinsames Merkmal ist, dass keine körperliche Krankheit nachgewiesen werden kann, welche die Symptome erklärt. Bei der dissoziativen Amnesie F Es können sich auch Erinnerungen vermischen und dadurch verfälscht werden.
Der Betroffene kann dann nicht unterscheiden, ob Erinnerungen wahr sind oder nicht. Unter einer dissoziativen Fugue F Es besteht eine teilweise oder vollständige Amnesie für die gesamte Vergangenheit oder Teile davon besonders für traumatische Ereignisse. Nach DSM-IV wird als zusätzliches Kriterium eine Verwirrung über die eigene Identität oder die Annahme einer neuen Identität gefordert.
Letzteres ist jedoch selten der Fall. Wenn doch, dann ist die neue Identität meist durch mehr Geselligkeit und weniger Zurückhaltung gekennzeichnet. Die Dauer kann einige Stunden bis hin zu mehreren Monaten betragen. Beim dissoziativen Stupor F Die normale Muskelspannung, aufrechte Körperhaltung und Atmung sind jedoch erhalten, die Koordination der Augenbewegungen ist häufig eingeschränkt.
Bei dissoziativen Trancezuständen handelt es sich um eine vorübergehende Bewusstseinsveränderung mit dem Verlust des Gefühls der persönlichen Identität, einer Einengung des Bewusstseins auf die unmittelbare Umgebung oder bestimmte Umgebungsreize. Bewegungen, Haltungen und Gesprochenes beschränken sich auf eine Wiederholung der immer selben wenigen Dinge oder Handlungen.
Bei einer dissoziativen Besessenheitstrance wird über einen begrenzten Zeitabschnitt eine neue Identität anstelle der gewohnten Identität angenommen, welche einem Geist oder einer Gottheit zugeschrieben wird. Pathologische Trance und Besessenheit kommen in unterschiedlichen Kulturen vor, und auch Kulturen mit religiösen Tranceriten kennen Trancezustände, die von normaler Trance abweichen und somit als krankhafte Störung beurteilt werden.
Bei dissoziativen Krampfanfällen F Es kommt allerdings nicht zum Bewusstseinsverlust. Stattdessen ist jedoch ein stupor- oder tranceähnlicher Zustand möglich. Nur selten kommt es dabei zu einem Zungenbiss, schweren Hämatomen , Verletzungen aufgrund eines Sturzes oder zur Urininkontinenz. Zu den dissoziativen Krampfanfällen gehört der klassische Arc de cercle. Bei den dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen F Weitere dissoziative Erscheinungen, die jedoch unter ICD F Es gibt verschiedene Instrumente zur Diagnostik von Dissoziation.
Diese lassen sich unterteilen in Fragebögen zur Selbst- und zur Fremdbeurteilung:. Mit bildgebenden Verfahren wurden sowohl funktionelle Abweichung — etwa bei Verbindungen zur Amygdala [8] — als auch anatomische Abweichungen [9] [10] im Gehirn bei Gruppendaten von Patienten mit dissoziativen Symptomen festgestellt. Nach einer Hypothese von liegen dissoziativen Symptomen Abweichungen zugrunde bei der Ruhe-Aktivität innerhalb und zwischen zentralen Netzwerken des Gehirns, die für höhere kognitive Prozesse von Bedeutung sind.
Die Auslösung dissoziativer Symptome wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Eine Reihe persönlicher Eigenschaften, wie Hypnotisierbarkeit , Verträumtheit, Neigung zu Phantasien erhöhen nach manchen Modellvorstellungen möglicherweise die Wahrscheinlichkeit dissoziativer Symptome. Ein intensiv erforschter und viel diskutierter Faktor ist der Einfluss traumatischer Erlebnisse, insbesondere während der Kindheit.
Es stellte sich jedoch heraus, dass hier der statistische Zusammenhang überraschend gering war. Es wurde gefolgert, dass ein Trauma ein wichtiger, aber kein hinreichender Faktor bei der Auslösung dissoziativer Reaktionen ist.
Dissoziation und Trauma – Die Abspaltung von mir selbst
Weitere Risiken, wie posttraumatischer Stress oder verminderte Fähigkeiten der Affektregulierung, seien vermutlich mitentscheidend, ob es zu einer dissoziativen Störung kommt. Da die Ursachen dissoziativer Störungen nicht generell als krankhafte Abweichungen angesehen werden können, ist eine Behandlung grundsätzlich Erfolg versprechend.
Oft ist sie auch nötig, da spontane Besserungen nicht zu erwarten sind und ein erhebliches Risiko einer Verschlechterung besteht. Ein Fall aus dem Jahrhundert wurde erstmals und dann erneut analysiert. Im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM der American Psychiatric Association APA werden Dissoziationen — unter dieser Bezeichnung — seit DSM-III aufgeführt.
In den Klassifikationen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind sie seit ICD enthalten. Seit sind durch Magnetresonanztomographie MRT — zum ersten Mal bei Vietnamveteranen — bei Gruppendaten anatomische Veränderungen im Gehirn von Patienten mit dauerhaften posttraumatischen Belastungsstörungen PTBS wiederholt festgestellt worden. Weitere Untersuchungen zeigten, dass PTBS zum Teil mit dissoziativen Störungen gekoppelt waren.
Klassifikation nach ICD F Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema.
Dissoziative Störungen: Häufig fehlgedeutet
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