Psychologie lernen definition
Walter Edelmann Der Lernbegriff Pädagogische Interaktion oder unmittelbare Erfahrung: In der Umgangssprache wird der Begriff des Lernens besonders im Zusammenhang mit der Schule gebraucht. Dort lernt man Schreiben, Lesen, Rechnen, erwirbt erdkundliches und geschichtliches Wissen usw.
Lernen, Lernforschung
Auch der Erwerb bestimmter sozialer Umgangsformen wird in diesem Verständnis gelernt. Im Mittelpunkt dieser Auffassung von Lernen steht die pädagogische Situation. Prototypen sind der vom Lehrer organisierte Unterricht und die erziehenden Eltern. Hier sprechen wir auch vom Lernen von Angst und Sicherheit, vom Erwerb von Vorlieben und Abneigungen, der Ausbildung von Gewohnheiten, der Befähigung zu planvollem Handeln und problemlösendem Denken.
Gemeinsames Merkmal aller Lernprozesse ist die unmittelbare oder sozial vermittelte Erfahrungsbildung. Von Lernprozessen abzuheben sind die weitgehend durch Vererbung festgelegten und im Verlauf der Reifung auftretenden Verhaltensmöglichkeiten z. Der Zusammenhang zwischen Person und Umwelt ist am besten als Interaktion Wechselwirkung aufzufassen. Das Gewicht der beiden Faktoren kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein.
Menschliche Aktivität kann sich entweder mehr auf Anpassung an die Umwelt oder mehr auf aktive Gestaltung der Umwelt beziehen. Beim kognitiven Lernen und Handeln sprechen wir deshalb von Innensteuerung. Es erscheint vorteilhaft, im Zusammenhang mit Lernen nicht mehr von Anpassung, sondern von Auseinandersetzung mit der Umwelt zu sprechen. Dies ist das wesentlichste Merkmal des Lernens.
Manchmal spricht man in diesem Zusammenhang auch von Erwerb eines "Verhaltenspotentials". Lernen ist durch relativ überdauernde Veränderung im Organismus gekennzeichnet, während die Leistung Performanz von momentanen Bedingungen z. Motivation , Ermüdung abhängt. Das eigentliche Lernen besteht also im Erwerb von Dispositionen, d.
Lernen ist auf keinen Entwicklungsabschnitt beschränkt. Sowohl der Säugling als auch der alte Mensch verändern laufend ihren Erfahrungsschatz. Lernen meint nicht nur den Erwerb einzelner, isolierter Dispositionen, sondern auch Aufbau einer komplexen Persönlichkeit durch Aneignung der menschlichen Kultur in einem individuellen Lebensweg.
Grundformen des Lernens Nach fast Jahren moderner Lernforschung — von der russischen Reflexologie und dem amerikanischen Behaviorismus über die sog. Kognitive Wende in der Psychologie bis zu den Handlungstheorien — besteht keine Einigkeit darüber, wie viele Unterkategorien von Lernprozessen man sinnvollerweise annehmen soll. Im folgenden gehen wir von vier Grundformen des Lernens aus Abb.
Solche Reize nennt man unbedingte ungelernte Reize und das Antwortverhalten wird als unbedingte Reaktion bezeichnet. Tritt ein neutraler Reiz der später bedingte Reiz hinzu, kann es zu einer Reizsubstitution Reizersetzung kommen. Der neue Reiz löst die gleiche oder eine sehr ähnliche bedingte Reaktion aus wie der ursprüngliche Stimulus. Dies ist dann eine gelernte Reiz-Reaktions-Verbindung Abb.
Die Gedankengänge der russischen Reflexologen Pawlow, Setschenow wurden in Amerika bald von den Behavioristen um Watson aufgegriffen Behaviorismus. Unter pädagogischen Gesichtspunkten ist die Auslösung einer emotional-motivationalen Reaktion z. Angst, Attraktivität bedeutsamer als die Auslösung von Reflex-Reaktionen Aktivierung von Muskeln oder Drüsen.
Das Modell des Reiz-Reaktions-Lernens spielt eine bedeutende Rolle in behavioristisch orientierten Theorien der Angst , in der Verhaltenstherapie , in anreiztheoretischen Auffassungen von Motivation , in der Werbepsychologie. Beim instrumentellen Lernen entscheiden die Konsequenzen, die dem Verhalten folgen, über dessen zukünftiges Auftreten Abb.
Von instrumentellem Verhalten IV sprechen wir, weil das Verhalten das Instrument oder Mittel ist, das die entsprechende Konsequenz hervorruft. In der Regel wird erst durch häufig wiederkehrende, gleichförmige Konsequenzen allmählich ein stabiles IV gelernt. Nach der Art der Konsequenzen unterscheiden wir vier Formen des instrumentellen Lernens: a positive Verstärkung: Dem Verhalten folgt ein positives Ereignis.
Positive und negative Verstärkung führen zum Aufbau eines Verhaltens, Bestrafung und Löschung zum Abbau eines Verhaltens Abb. Instrumentelles Lernen ist motivationsabhängig. Die Konsequenzen eines Verhaltens führen nur dann zum Auf- oder Abbau dieses Verhaltens, wenn sie einem bestimmten Motiv entsprechen. Instrumentelles Lernen ist situationsabhängig.
Es ist motiviert und zielgerichtet, aber eng an bestimmte Situationen gebunden und erscheint deswegen relativ starr. Im Gegensatz dazu ist das planvolle Handeln durch Flexibilität gekennzeichnet und kann in neuartigen Situationen angewandt werden. Im menschlichen Bereich sind dies besonders: Wahrnehmung , Vorstellung , Denken , Urteilen , Sprache.
Lernen Psychologie
Man könnte auch sagen: Durch Kognition wird Wissen erworben. Diese Trennung ist jedoch weitgehend eine analytische. Durch kognitive Prozesse werden kognitive Strukturen Wissensstrukturen aufgebaut. Begriffsbildung und Wissenserwerb sind zentrale Bestandteile der Kognitionspsychologie. Es findet häufig kein völliges Neulernen, sondern ein Umlernen statt.
Hierbei handelt es sich um aktive, subjektive Strukturierungsprozesse. Kognitive Strukturen sind kein Abbild der Umwelt. Sie sind mentale geistige Konstruktionen. Bei den Eigenschaftsbegriffen gibt es zwei Auffassungen: die klassische Theorie und die Prototypentheorie. Nach der klassischen Theorie ist der Inhalt des Begriffs seine logische Struktur die Kombination der kritischen Attribute , nach der Prototypentheorie wird der Begriff durch einen Prototyp idealer Vertreter repräsentiert s.
Beispiel in Abb. Begriffsbildung ist ein aktiver Vorgang. Begriffe sind nicht nur eine abstrahierte Abbildung der Realität. Begriffe sind Strukturen unseres Denkens. Dies ist auch der Grund für die oft zu beobachtende Willkürlichkeit und Subjektivität der Begriffsbildung.