Ist das böse in uns psychologie
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Der Luzifer-Effekt: Warum das Böse in jedem steckt
Suchbegriff Suchen Sie im kompletten Artikelarchiv und in allen Ausgaben der Psychologie Heute. Als der Börsenmakler Ende aufflog, hatte er seine Kunden um insgesamt 65 Milliarden US-Dollar erleichtert. Zwei Jahre nach Aufdeckung des Skandals nahm sich sein Sohn Mark aus Scham das Leben, und bis heute haben rund 65 Opfer aus Ländern Entschädigungsansprüche angemeldet.
Weisen Menschen wie Madoff oder zum Beispiel das mörderische Paar Wilfried und Angelika W. In den letzten Jahrzehnten ist es Psychologen gelungen, eine Reihe solcher Eigenschaften zu identifizieren, es sind derzeit neun dunkle Wesenszüge dark traits. Die Wissenschaftler Morten Moshagen von der Universität Ulm, Benjamin Hilbig von der Universität Koblenz-Landau und Ingo Zettler, Universität Kopenhagen, zeigen jetzt in vier Studien, dass diese Wesenszüge gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen.
Und die Schnittmenge bilde quasi die Essenz des Bösen. Andere mitleidlos ausnutzen Psychologische Forschungen haben immer wieder belegt, dass ein dunkler Wesenszug selten allein kommt. Beispielsweise erzielten Menschen, die sehr machiavellistisch veranlagt sind also nach dem Motto leben: der Zweck heiligt die Mittel , häufig auch bei Psychopathietests hohe Werte, erklärt Moshagen.
Sie unterscheiden sich im Prinzip nur darin, dass Machiavellisten strategischer sind, also ihre Impulse besser kontrollieren können als Psychopathen. Die drei Psychologen haben die bisher bekannten dunklen Wesenszüge mit ausgeklügelten statistischen Methoden nach weiteren solcher Gemeinsamkeiten durchforstet. Dazu legten sie insgesamt mehr als Personen einen umfangreichen Fragenkatalog vor.
Aus den Antworten konnten sie ablesen, wie stark bei diesen Probanden jede der neun untersuchten dunklen Eigenschaften ausgeprägt war. Zugleich bestätigten die Ergebnisse der Befragung die These, dass den dunklen Charakterzügen ein gemeinsamer Kern zugrunde liegt. Und dieser gebe vor, ob und inwieweit Menschen sich antisozial verhielten. Sein zentrales Merkmal ist die ausgeprägte Neigung, den eigenen Vorteil zu suchen, gepaart mit der Bereitschaft, dafür zur Not auch über Leichen zu gehen.
Im Prinzip ist der D-Faktor also eine besonders bösartige Form der Selbstsucht. Der eigene Vorteil muss dabei gar nicht einmal finanzieller Natur sein — manche Menschen empfinden auch einfach Freude daran, anderen zu schaden oder wehzutun. Der Schaden anderer wird dann zum Selbstzweck. Ich habe nur mitgemacht.
Wahrscheinlich reichen wenige Fragen aus, um das, was den dunklen Kern auszeichnet, präzise zu bestimmen. Übrigens: Wer selbst einmal einen Blick in die Abgründe seiner Seele werfen möchte, kann das tun. Die Wissenschaftler haben einen Fragebogen ins Internet gestellt, der Aufschluss über die dunklen Wesenszüge und den D-Faktor gibt.
"Das Böse beginnt dann, wenn der Mensch sich nicht in andere hineinfühlt"
Morten Moshagen u. The dark core of personality. Psychological Review, DOI: